50. Fachtagung für Schultheater-Lehrerinnen und -Lehrer in Neubiberg

Das Leiberheim in Neubiberg war am 25. Juli 2007 sehr gut gefüllt, als Reinhold Schira, Leiter der Fördergemeinschaft der Landeselternvereinigung und des Bayerischen Philologenverbandes für das Schultheater an den Gymnasien in Bayern, die traditionelle Fachtagung der Schultheater-Lehrer und -Lehrerinnen eröffnete. Aus Anlass der 50. Theatertage der bayerischen Gymnasien konnte er Barbara Pohle, Berliner Festspiele GmbH, Leiterin der kulturellen Jugendwettbewerbe des Bundes, sowie Kerstin Hübner, Dieter Linck und Silke Gerhardt begrüßen, stellvertretende Vorsitzende und Vorstandsmitglieder des Bundesverbandes Darstellendes Spiel (BVDS).

Sowohl Barbara Pohle als auch Kerstin Hübner überbrachten Glückwünsche ihrer Institutionen und betonten die vielfältigen Impulse der bayerischen Theatertage für das „Theatertreffen der Jugend“ (Berliner Festspiele) wie für das „Schultheater der Länder“ (BVDS), die wichtigsten deutschen Jugend-Theater-Festivals.

Im Anschluss daran stellte Kerstin Hübner das „Schultheater der Länder“ vor, Karlheinz Frankl informierte über das „Theatertreffen der Jugend“ und Reinhold Schira gab einen ausführlichen Überblick zu Geschichte und gegenwärtiger Entwicklung der bayerischen Theatertage. 

Anschließend stellte Landesschultheaterberater Robert Grimbs die derzeitige Situation des Theaterunterrichts an den Gymnasien in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Er wies darauf hin, dass die Verwendung von Intensivierungsstunden prinzipiell für das Schultheater möglich ist. In der Oberstufe des G8 ist in Zukunft Dramatisches Gestalten im Rahmen des Angebots für die Profilstunden auch als Abiturfach belegbar. Darüber hinaus existiert am Gymnasium Bad Kötzting bereits das bayernweit erste Pilotprojekt für Dramatisches Gestalten als Seminarfach 2.

Christiane Raab-Bauer, die Leiterin dieses Projekts, berichtete von den Erfahrungen der ersten Semester, informierte über den am Gymnasium Kötzting dafür entwickelten Lehrplan, stellte Anbindungen des Seminarfachs Dramatisches Gestalten an Theater sowohl als Bildungsfach wie auch als Berufsfeld vor und zeigte Kooperationsmöglichkeiten des Fachs mit beruflicher Bildung und mit der Wirtschaft auf, z.B. in Form von Praktika.

Danach referierte Rudi Stangl über den Lehrplan Dramatisches Gestalten in der Oberstufe des G8, insbesondere wies er auf die modulare Gliederung der Projektfachhalbjahre (Körper, Interaktion, Szene-Drama, Projekt, Theorie) hin.

In der folgenden Sitzung der Landesfachgruppe Darstellendes Spiel dankte LDS-Vorsitzender Dieter Linck zunächst Jutta Sieberz-Schmid für ihre mehrjährige Tätigkeit als Verwalterin der Finanzen und für die Organisation der Theatertage in Neubiberg, und belegte die Beliebtheit und Bedeutung des Schultheaters anhand der hohen und immer noch steigenden Zahl von Grundkursen Dramatisches Gestalten an bayerischen Gymnasien. Linck betonte die Notwendigkeit einer fachgerechten Ausbildung der Spielleiter und Spielleiterinnen und verwies in diesem Zusammenhang auf den Studiengang „Darstellendes Spiel in der Schule“an der Universität Erlangen (Institut für Pädagogik II, Prof. Dr. Eckart Liebau) sowie auf die entsprechenden Lehrgänge „Theater und Darstellendes Spiel“ an der ALP Dillingen. Zudem wies Linck auf strukturelle Gestaltungsmöglichkeiten der Intensivierungsstunden hin und informierte über die derzeit entstehende Handreichung zum Szenischen Lernen.

Unter Leitung Gerhard Meyers wurden anschließend Aktivitäten der regionalen Arbeitskreise sowie deren Leiterinnen und Leitern vorgestellt. Rege Diskussionen über den sehr unterschiedlichen Zustand des dramatischen Gestaltens, des Wahlunterrichts Schultheater und des Szenischen Lernens an den einzelnen Gymnasien im Land sowie über Erfahrungen, Planungshilfen und Vorgehensweisen mussten angesichts der nächsten Theateraufführung unterbrochen und auf den abendlichen Backstage-Theatertreff verschoben werden.

Karlheinz Frankl